Indien: Täglich eine lebensrettende Mahlzeit

Das Schulzentrum des Mahalir Vidiyal Trust befindet sich in Vellakulam, einem Dorf im Bundesstaat Tamil Nadu im Süden Indiens. Die Dorfbewohner leben von der Landwirtschaft. Gerade auf dem Land leiden viele Menschen große Armut. Zu den Ärmsten zählen die Dalit, die „Unberührbaren“. Im strengen Kastenwesen Indiens sind damit Armut und Ausbeutung vorprogrammiert, denn die Dalit stehen sogar noch unter der untersten Kaste. Regelmäßige Mahlzeiten und Schulbildung sind selten. Junge Mädchen und Frauen leiden besonders, denn die Geburt einer Tochter bedeutet für eine Familie eine große finanzielle Herausforderung, da es kaum Geld für Essen und schon gar nicht für eine Mitgift gibt. Pater Leonard ist Priester und leitet als Direktor den Mahalir Vidiyal Trust. Zusammen mit seinem Team setzen sie sich in der Little Flower Primary School seit 1994 besonders für Frauen und Kinder aus benachteiligten Familien auf dem Land ein, damit diese täglich zumindest eine gesunde Mahlzeit und eine Ausbildung  bekommen. Zunächst wurden 300 Kinder, darunter 74% Dalits, an der Schule unterrichtet. Nach einer ersten Hilfe von Missio Österreich konnte das Schulzentrum bereits ausgebaut werden und bietet nun über 500 Schülerinnen und Schülern im Alter von 5 bis 16 Jahren täglich eine warme und gesunde Mahlzeit sowie eine Zukunft durch Bildung.

Ecuador: Mädchenheim für Opfer von sexueller Gewalt

Gewalt und sexueller Missbrauch gegen Kinder ist ein großes Problem in Ecuador – die offiziellen Zahlensprechen davon, dass fast 30% aller Kinder körperlichen oder sexuellen Missbrauch erleben. Das Heim Buen Pastor, geführt von den Schwestern vom Guten Hirten in Cuenca, bietet 35 Mädchen, die Opfer von Missbrauch wurden, ein sicheres Zuhause. Sie erhalten dort Kleidung, Essen, medizinische und psychologische Betreuung sowie eine Schulbildung. Der Unterricht ist für viele die Chance, wieder in einen regulären Schulalltag einzusteigen. Die Nachmittage werden mit verschiedenen Ausbildungskursen gestaltet. Diese Ausbildungskurse sind bei den Mädchen sehr beliebt. Sie lernen nähen, stricken, kochen, stellen Schmuck her und erlernen auch andere Handarbeitstechniken. Neben dem Spaß, den sie in den Kursen haben, heben diese Fähigkeiten auch den Stellenwert der Mädchen in den Familien, und ermöglichen ihnen, später selbst Geld zu verdienen. Auch ein Computerkurs wird angeboten. Gleichzeitig arbeiten die Sozialarbeiterinnen mit den Familien. Es geht darum für die Mädchen ein neues, sicheres Zuhause zu finden. Ein oft schwieriges Unterfangen, da die meisten Täter von der Justiz nicht verurteilt werden. Daher wird für die Mädchen meist ein Platz bei einer Tante, einer Cousine, älteren Schwester u.a. gesucht. Die Arbeit mit der Familie und die Begleitung der Mädchen im Heim und während der Integration in die „neue“ Familie ist ein langer Prozess. Die Arbeit der Schwestern ist hier besonders wichtig und wertvoll.

 

Äthiopien: Rehabilitationszentrum für körperlich behinderte Kinder und Jugendliche

Manche Kinder haben einen Klumpfuß, andere Brandverletzungen, einige haben sogar eine Beinamputation hinter sich: Im Rehabilitationszentrum „ALEMACHEN“ der Vinzentiner in der Hauptstadt Addis Abeba werden 40 Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen behandelt. Viele von ihnen kommen aus sehr armen Familien in abgelegenen oder ländlichen Gebieten Äthiopiens. Menschen mit einer Behinderung werden in Afrika oft aus der Gesellschaft ausgeschlossen, sie können meist keine Schule besuchen. Pater Girmay Tesfay und sein Team betreuen die Kinder medizinisch und sorgen mit viel Liebe für sie. Das Team begleitet die Kinder und Jugendlichen von den ersten medizinischen Untersuchungen bis zu den Therapien für die Rehabilitation. Nur so bekommen sie die Chance auf ein selbstständiges Leben. Durch die Vinzentiner können diese Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen wieder Teil der Gesellschaft werden.

 

Tansania: Zukunft durch Bildung

Kein Job, keine Perspektive für die Zukunft, schlechte Ausbildungsbildungsstätten: Viele junge Menschen in Tansania müssen aus finanziellen Gründen die Schule abbrechen und enden in der Arbeitslosigkeit. Im Karanga Technical Training Center (KTTC) in Moshi ermöglichen Pater Cyril Sirito und sein Team jungen Männern und Frauen, in zwei Jahren ein Handwerk zu erlernen. „Technik spielt weltweit eine immer größere Rolle, da dürfen wir nicht zurückbleiben. Unsere Schüler sollen durch den Unterricht selbst Lösungen für die Herausforderungen des Lebens finden“, so Pater Cyril. 

Die Jugendlichen lassen sich zum Tischler, Automechaniker, Elektriker oder Schlosser ausbilden. Sie bekommen in dem kirchlichen Ausbildungszentrum eine fundierte praktische Ausbildung und lernen gleichzeitig auch betriebswirtschaftliche Grundlagen: Um nach der Ausbildung einen kleinen Betrieb zu gründen, müssen die jungen Erwachsenen auch mit Themen wie Buchhaltung vertraut sein. Immer wieder absolvieren Priesterstudenten Kurse an dem KTTC: So können sie als Pfarrer dann auch selbst beispielsweise ihr Fahrzeug reparieren, um alltäglich in der Seelsorge wirken zu können. Missio unterstützt das Zentrum und will damit sicherstellen, dass junge Menschen in Tansania eine Zukunft haben. Rund 240 Lehrlinge machen im KTTC derzeit eine Ausbildung zum Tischler, Installateur, Elektriker, Maurer, Metalltechniker, Schneider oder Mechaniker. Auch Computer-Kurse werden angeboten. Fast 80 Prozent der Absolventen finden schnell einen Job oder machen sich direkt nach der Ausbildung selbständig.


Faire KJ: Jugendarbeit zu den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Fairness“

Das Projekt hat seit 2011 das Ziel, Jugendliche zu ermutigen, sich für Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung stark zu machen. Mit Hilfe von themenbezogenen Veranstaltungen, Workshops, Preisausschreiben oder Behelfen für die Jugendarbeit werden die Themen gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet. Die Katholische Jugend bietet außerdem allen JugendarbeiterInnen die Möglichkeit, sich themenbezogen weiterzubilden.