Kenia: Sicheres Heim für junge Opfer von Menschenhandel

Menschenhandel hat weltweit viele Formen: Illegale Adoptionen von Kindern, Handel von Mädchen als Haushaltshilfen oder für die Prostitution, Kinderhandel, Handel mit den Organen von armen Kindern und Jugendlichen für die Reichen. Das schnelle Wachstum der Städte brachte nicht nur Geld und Chancen, sondern auch Kriminalität, Drogen und Prostitution. Viele Orte an Hauptachsen von Verkehr und Handel wurden zu bedeutenden Drehschreiben des Menschenhandels.

Der Ort Namanga in der Diözese Ngong an der Grenze zwischen Kenia und Tansania ist eine solche Drehscheibe. Mit Unterstützung von MISSIO Österreich konnte die Organisation HAART dort einen sicheren Zufluchtsort für junge Opfer von Menschenhandel errichten. Dort werden sie psychologisch betreut, bekommen medizinische Versorgung sowie Therapien, um ihre Traumata aufzuarbeiten. Besonders die Kunst bietet hier viele verschieden Ausdrucksformen, die den Jugendlichen Raum geben, das Erlebte zu verarbeiten.

Die kenianische Organisation HAART ist Mitglied der „Christian Organisations Against Trafficking in Human Beings“ (COATNET – Christlichen Organisation gegen Menschenhandel), die von der Caritas International koordiniert wird. Ihr Hauptanliegen ist es, den Menschenhandel in Kenia – eine moderne Form der Sklaverei – zu beenden und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Sie arbeitet dabei mit den Kleinen Christlichen Gemeinschaften in und um Nairobi.

 

Ruanda: Kinder- und Jugendarbeit im Flüchtlingscamp Mahama

Nachdem der Präsident von Burundi, Pierre Nkurunziza, 2015 gegen die demokratischen Prinzipien seine dritte Amtszeit gewaltsam durchsetzte, stürzte das verarmte Land in eine neue Spirale der Gewalt. Wer nicht die Regierungspartei unterstützt oder sogar der Opposition angehört, wird verfolgt und muss um sein Leben fürchten. Die Regierung setzt dabei eine Jugendmiliz ein, die stark an die Jugendmiliz während des Genozids in Ruanda (1994) erinnert.

Viele Menschen flohen in die benachbarten Länder Ruanda und Tansania, um der Gewalt zu entfliehen und ihr Leben zu retten. Bisher sind weit mehr als 80.000 Flüchtlinge nach Ruanda geströmt. Im Camp von Mahama sind bereits mehr als 52.000 gestrandet, täglich kommen hundert neue hinzu. Fast die Hälfte von ihnen ist unter 25 Jahre alt, darunter viele Waisen oder Kinder und Jugendliche, die unbegleitet ohne ihre Eltern ankommen. Der junge Priester Emmanuel Nteziryayo wurde von seinem Bischof als Seelsorger für Mahama eingesetzt und möchte auch weiter, mit Unterstützung von Missio, viele Aktivitäten für die Jugend umsetzen. Wegen fehlender Mittel konnten bisher nicht alle Kinder einbezogen werden. Pater Emmanuel möchte auch weiterhin Sport für die Kinder und Jugendlichen anbieten, um den Teamgeist zu stärken. Er möchte Filmvorführungen, Musik, Tanz und gemeinsame Gebets- und Bibelrunden organisieren. Gemeinschaft und Gebet geben Kraft und heilen Wunden. So baut er nicht nur Vertrauen auf und verbreitet Freude, sondern fördert auch das friedliche Zusammenleben unter den Flüchtlingen im Camp.

 

Philippinen: Aufklärung gegen Menschenhandel für Schulkinder mit Medienbus

Die philippinische Insel Bohol ist als Naturparadies touristisch sehr bekannt. Leider hat diese Berühmtheit auch Schattenseiten. Unter anderem durch die gute nautische Anbindung und den verwinkelten Küstenbereich blühen dort Sextourismus und Menschenhandel.

Die Missionary Sisters Servants of the Holy Spirit (Steyler Missionsschwestern) sind seit 1992 auf Bohol tätig. Sie setzen sich im Rahmen verschiedener Programme für die Aufklärung und die Stärkung der Rechte von Frauen und Kindern ein. Die Kampagne gegen Menschenhandel soll in über 800 Volks- und Sekundärschulen auf ganz Bohol umgesetzt werden. Zentraler Punkt ist hierbei das SINE-MOBILE, ein Aufklärungsbus mit Multimedia-Ausstattung. Mit diesem Schulungsfahrzeug können auch entfernte Ortschaften erreicht werden und dort in einem ansprechenden Format für die Jugendlichen Filme und Dokumentationen über Menschenhandel und andere relevante Themen gezeigt werden. Dieses Programm wurde dank der Hilfen aus Österreich letztes Jahr erfolgreich gestartet. Für viele Schüler ist es das erste Mal, dass so offen über die Gefahren des Menschenhandels gesprochen wird. Sie werden ermutigt, eigene Erfahrungen zu teilen und wachsam zu sein. Wir möchten auch dieses Jahr noch mehr Jugendliche in den Schulen erreichen.

 

Kolumbien: Gewaltprävention für Jugendliche – Projekt „Träume bauen“

Die Gemeinde Pascacaballos befindet sich im Erzbistum von Cartagena, südlich der Stadt Cartagena im Norden von Kolumbien. Sie zählt mehr als 15.000 Einwohner. Anhaltende Umweltverschmutzung beeinträchtigt die Gesundheit der Anwohner, der Zuwachs an Handel führte zu einer steigenden Anzahl an Seeleuten und Lastwagenfahrern, die wiederum eine erhöhte Zahl an Kinder- und Jugendprostitution zur Folge hatten. Gerade in Cartagena suchen viele Kinder und Jugendliche aufgrund von Armut, mangelnder Bildung und fehlenden Perspektiven ihr „Heil“ auf der Straße und werden dort in ein Netzwerk von Gewalt verstrickt. Die zahlreichen Jugendbanden schrecken nicht vor dem Einsatz von Waffen zurück, überfallen Touristen, sind in den Drogenhandel verstrickt und werden auch immer wieder sexuell ausgebeutet.

Die nach ihrer Gründerin, der österreichischen Ordensschwester, benannte Stiftung „Madre Herlinda Moises“ hat sich in dieser Region das Ziel gesetzt, junge Mädchen und Burschen von der Straße zu holen, ihnen neue Lebensperspektiven zu eröffnen und Ihnen Liebe und Halt zu schenken. Mit Projekten in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Sport, Umwelt, Kultur und Pastorale möchte die Stiftung Jugendliche aus dem Teufelskreis der Gewalt befreien und sie im Glauben stärken. Mit der Unterstützung von Missio entstand das Projekt „Träume bauen“, mit dem Ziel, präventiv gegen Jugendgewalt, berufliche Ausbeutung, sexuellen Missbrauch sowie Drogenkonsum und -handel in Pascacaballos vorzugehen.


Faire KJ: Jugendarbeit zu den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Fairness“

Das Projekt hat seit 2011 das Ziel, Jugendliche zu ermutigen, sich für Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung stark zu machen. Mit Hilfe von themenbezogenen Veranstaltungen, Workshops, Preisausschreiben oder Behelfen für die Jugendarbeit werden die Themen gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet. Die Katholische Jugend bietet außerdem allen JugendarbeiterInnen die Möglichkeit, sich themenbezogen weiterzubilden.