Das Wort „Mission“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Sendung“.

„Senden“ deutet auf einen Kommunikationsprozess hin. Dieser besteht aus einem Absender und einem Adressaten. Mission ist ein dialogischer Prozess.

Wer ist der „Sender“?

Der „Sender“ identifiziert sich mit seiner Botschaft. Diese Identifikation bedeutet für den Missionar, dass er ergriffen ist von seiner Botschaft. Das heißt, dass die Botschaft für ihn selbst die Lebensmitte – existenziell – ist. Und die Botschaft ist für den „Sender“ von derart großem Wert und Bedeutung, dass er nicht anders kann, als die Botschaft jemand anderem mitzuteilen. (Vergleiche diesen Prozess mit alltäglichen Situationen deines Lebens, in denen jemand etwas weiter erzählt.) Wer ist nun zum „Sender“, zum Missionar berufen? Die „Mission“ liegt nicht in der Verantwortung Einzelner, sondern jeder, der getauft ist, ist dazu berufen. Die Mission ist die notwendige und logische Konsequenz des Glaubens, wie eine natürliche Äußerung des Glaubens. Wer glaubt, der wird diese Erfahrung mit anderen teilen wollen. Wer von Jesus begeistert ist, der wird die Botschaft weitertragen.

Was oder wer wird mitgeteilt, weitergegeben oder verkündet?

Die christliche Botschaft ist nicht bloß eine Wahrheit, ein Wort oder ein Wert. Es ist eine Person, die die Wahrheit ist: Jesus Christus. Von ihm zeugt das Evangelium.

Wie wird die Botschaft weitergegeben?

Man könnte meinen nur durch das Wort. Aber oft kommt die Botschaft viel besser an, wenn man „Taten“ sieht oder den Lebensstil des Missionars. Jede menschliche Äußerung ist Kommunikation.
Die wichtigste Sprache allerdings setzt sich nicht aus Worten zusammen, sondern aus dem Leben selbst. Die Sprache des Lebens, des Handelns – den Ärmsten beizustehen – ist eine Sprache, die verstanden wird und überzeugt, wenn sie authentisch ist. Das heißt Botschafter und Botschaft dürfen einander nicht widersprechen.

Damit die Art und Weise der Mission auch der Botschaft entspricht, müssen drei Grundsätze immer beachtet werden.

Als Christen glauben wir, dass es eine Wahrheit gibt und dass sie einen Namen hat: Jesus Christus. Die Wahrheit verpflichtet den Christen, den Menschen davon zu erzählen. Die Menschen haben ein Recht von dieser Wahrheit in Kenntnis gesetzt zu werden. Diese Wahrheit darf unter keinen Umständen von der Politik oder anderen Interessen instrumentalisiert werden.
Zweitens hat Gott neben der Wahrheit den Menschen auch die Freiheit geschenkt. Die Freiheit, die Wahrheit anzunehmen oder abzulehnen. Der Missionar muss die von Gott geschenkte Freiheit respektieren. Der Auftrag zur Mission tut der Freiheit keinen Abbruch. Die persönliche Entscheidung für Christus kann niemals von außen erzwungen werden.
Drittens darf nicht vergessen werden, dass nicht Missionare den Glauben weitergeben, sondern dass Gott den Glauben schenkt. Missionare ermöglichen „nur“ einen Raum, in dem Menschen Gott begegnen können.